„Im Zeichen der Flaute…“

Bericht zur Verfolgungsregatta 2020 – aus der Sicht eines Opfers der Flaute

Vielversprechend fing der Tag an, – ein Tag mit purem Sonnenschein inmitten von Regentagen davor und danach. Die jährliche Verfolgungsregatta war für 13:30 an diesem Samstag angesetzt, – danach stand die Feier zum 50 Jahre Jubiläum der Sektion am Plan.

22 Boote waren gemeldet – nach der heurigen Vereinsmeisterschaft mit 23 Booten – schon wieder ein Teilnehmerrekord. Laut Spielregeln gingen die – laut Berechnung – langsamsten Boote zuerst von der Startlinie mit dem ersten Ziel Dwars-Boje und dem zweiten Ziel Forelle, um danach wieder zur Seespitze zurückzukehren. Alle weiteren Boote gingen dann – mit teils gehörigem Abstand – ins Rennen, um die vorausfahrenden einzuholen.

So der Plan. Der war heuer aber ohne den Wind gemacht: Die erste Hälfte der  Boote kam noch ganz gut mit leichtem Westwind weg und ein schönes Teilnehmerfeld schob sich – teils unter Spinnaker – zuerst zur ersten Boje und dann gemächlich in Richtung Forelle.

Als mir dann der Starter zurief: „Fahr los, fahr los..“ (Freizeit-Katamaran mit Yardstick 102) , rührte sich fast gar nichts mehr. Der Wind schlief zunehmend ein. Ich kroch also in Richtung Dwars-Boje, – einiges hinter mir die Zangerls. Manchmal glaubte ich, dass deren Boot hinter mir größer und größer wurde, was aber offensichtlich eine optische Täuschung war. Sie waren genauso ein Opfer der Flaute.

Ganz allein und ungefähr am Surfer-Eck konnte ich die vorausfahrenden Schiffe-  mit Wind in den Segeln – gerade noch unterhalb des Kaiserbrunnens ausmachen und im Rückspiegel den Kat von Tobias und Lea und den A-Cat von Simon in der Flaute wackeln sehen, – dann schob mich ein leichtes Lüftchen weiter in Richtung Forelle.

Während ich – aufgrund der leichten Schleier, die die Rümpfe meines Kats vor sich herschoben – beurteilte, ob ich noch fuhr oder schon wieder stand, und dabei fast einschlief, sah ich die ersten Yachten bereits von der Forelle wieder heraufkommen, – mit Spinnaker!!! Der Wind hatte inzwischen auf Ost gedreht.

Beim Erreichen des Kaiserbrunnes hatte der Ostwind inzwischen so weit aufgefrischt, dass ich – trotz Abschuss des Rennens – beschloss, die Strecke noch fertig zu fahren, was sich spätestens kurz vor der Forelle als Fehler erwies, – denn dann schlief der Wind wieder ein. Nach gefühlten 30 min Paddeln (Patrick mit seiner Schwester auf Koralle ereilte ein Stück weit vor mir dasselbe Schicksal), kam uns das Rettungsboot entgegen, um uns abzuholen. Die Koralle war gerade an der Leine des Motorbootes, als ein leises Lüftchen mich wieder anschob, worauf ich die Abschlepphilfe von Ingrid und Peter, die – mit E-Motorunterstützung – ebenfalls zur Rettungsaktion heraneilten – ablehnen konnte.

Das Ergebnis der Regatta bekam ich erst bei der folgenden Siegerehrung mit: Sebastian Höller mit Sarah und Bernhard, ein eingespieltes Team, auf ihrer großen Yacht wurden erste, – Markus und Angela Arzl, die als erste mit ihrer kleinen Yacht ins Rennen gingen, belegten sensationell Platz 2. Bronze ging an das Drei – Generationenboot Kurt, Hannes und Clemens Wagner.

Die Sieger
Die Zweitplatzierten
Das Drei-Generationenboot der Drittplatzierten (dritte Generation im Schlauch hinter dem Boot)